{"id":817,"date":"2020-07-16T20:23:24","date_gmt":"2020-07-16T20:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=817"},"modified":"2020-07-17T14:18:31","modified_gmt":"2020-07-17T14:18:31","slug":"friedrich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=817","title":{"rendered":"Friedrich"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"MsoBodyText\">Friedrich Hiob Erdmann Freiherr von Rothkirch und Panthen (1.404),\u2028Journalist und 1861 Mitgr\u00fcnder der \u201eSchweizerischen Handelszeitung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\">\u201eFriedrich von Rothkirch oder auch Friedrich von Tauer, wie er sich nannte, eine journalistische Titanenfigur, \u00fcber den nicht grundlos 1926 eine Dissertation geschrieben wurde, war ein Feuerkopf sein Leben lang.\u201c(1) <sub>m<\/sub>von Rothkirch geh\u00f6rt zu der stattlichen Zahl der hervorragenden M\u00e4nner, die uns Deutschland nach 1848 geschenkt, die sich um unser Land gro\u00dfe Verdienste erworben und f\u00fcr welche die Schweiz dem deutschen Volke gegen\u00fcber dankbar sein darf.\u201c(2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Friedrich Hiob Erdmann wurde am 21.April 1826 in Lampersdorf Kreis Neumarkt, Reg.Bez. Breslau als \u00e4ltester Sohn des Freiherrn Friedrich Carl Heinrich von Rothkirch und Panthen (1.368) und dessen Ehefrau Dorothea Henriette geb. von Tempelhoff geboren. Sein Urgro\u00dfvater Hans Siegesmund (1.273) hatte 1776 den alten Stammsitz Rothkirch bei Liegnitz nach 300 Jahren durch Kauf wieder in Rothkirch\u2019schen Familienbesitz gebracht. Sein Vater Friedrich Carl Heinrich (1.368) hatte den Besitz mit Grossnig, Lampersdorf, Wisch\u00fctz, Gr.- und Kl.- Pantken und Neuvorwerk zum Majorat Rothkirch vereinigt. Er wurde am 7.Dezember 1839 in den preu\u00dfischen Freiherrnstand erhoben. &#8211; Nicht Friedrich, sein \u00e4ltester Sohn, der wohl den Soldatenberuf ergreifen sollte, sondern sein j\u00fcngster Sohn Friedrich Anton Valerius wurde vom Vater testamentarisch zum Nachfolger als Majoratsherr bestimmt. Nach seiner Erziehung im Elternhaus wurde Friedrich Z\u00f6gling der kgl.-preu\u00dfischen Kadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde. Von 1842 bis 1845 diente er als Soldat und Offizier beim Garde-Sch\u00fctzen-Bataillon und nahm als Leutnant seinen Abschied.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">\u201dDie Zeit desMilit\u00e4rdienstes hat trotz ihrer K\u00fcrze einen nachhaltigen Einflu\u00df auf ihn ausge\u00fcbt. Die Eindr\u00fccke und Erlebnisse in der Gro\u00dfstadt Berlin lie\u00dfen ihn die damaligen politischen und sozialen Verh\u00e4ltnisse als unerquicklich erscheinen. Als dann die Revolution 1848 auch die Grundfesten des preu\u00dfischen Staates bedrohte, schlo\u00df er sich zum Entsetzen der streng royalistisch gesinnten Familie mit dem ganzen Feuer seines Temperaments dieser freiheitlichen Bewegung an. Er wurde zu f\u00fcnfj\u00e4hriger Festungshaft verurteilt, w\u00e4hrend der er zum Studium der National\u00f6konomie fand. Am 28.Februar 1853 wurde er aus der Haft entlassen und ging nach Dresden. Der Bruch mit Elternhaus und Familie war unvermeidlich. Da er auch in der Elbestadt keinen festen Boden finden konnte, lie\u00df er sich, in der Sorge um seine Zukunft einen Pa\u00df nach den deutschen Bundesstaaten, der Schweiz und Sardinien ausstellen. Er durchstreifte unser Land nach allen Richtungen, wohnte eine Weile in Lausanne, dann in Chur, bis er zu Beginn der sechziger<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\">(1) M.Ungerer, Ein Leben f\u00fcr eine Zeitung, Jubil\u00e4umsausgabe der \u201eSchweizerischen Handelszeitung\u201c, Z\u00fcrich, 22.April 1986. (2) Lic.rer.pol. Ernst Blessing, Inaugural-Dissertation, Schaffhausen 1926.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent2\">Jahre sich in Z\u00fcrich dauernd niederlie\u00df. Erlebte und arbeitete bis zu seinem Tode am 11.November 1886 in seinem eigenen kleinen Haus in der neuen Beckenhofstra\u00dfe Nr.14 in Unterstra\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent2\">Siebenundzwanzig Jahre arbeitete von Rothkirch im Dienste der schweizerischen Statistik und Volkswirtschaft. Am 1.Dezember 1861 erschien die von ihm und seinem Freund F.von Marschall gegr\u00fcndete \u201eSchweizerische Eisenbahn- und Handelszeitung\u201c, die heute als <sub>u<\/sub>Schweizerische Handelszeitung\u201c fortlebt und als die erste Handelszeitung in Europa angesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent2\">In seiner \u201eSchweizerischen Handelszeitung\u201c hat sich Friedrich von Rothkirch nicht nur mit dem \u00f6ffentlichen Rechnungswesen, sondern auch mit dem Eisenbahn-, dem Versicherungs-, dem Bank- und Sparkassenwesen auseinandergesetzt. Dar\u00fcber hinaus nahm er zu allen national\u00f6konomischen Fragen Stellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent2\">Keiner wirtschaftlichen oder politischen Gruppe angeh\u00f6rend, in jeder Beziehung vorurteilsfrei, trat von Rothkirch an seine journalistische T\u00e4tigkeit immer nur im Dienst der Wahrheit heran. Und unerbittlich, mit der r\u00fccksichtslosen Tapferkeit des Edelmannes und Offiziers r\u00fcckte er allem Schwindel zu Leibe. Sein Einflu\u00df war umso gr\u00f6\u00dfer, als dieser grenzenlos ehrlichen Offenheit ein origineller, pr\u00e4gnanter, sarkastisch-geistreicher Stil zu Gebote stand und die Reinheit und Unbestechlichkeit seines Charakters, die absolute Makellosigkeit seiner Lebensf\u00fchrung auch von den Gegnern anerkannt war. &#8211; Von Rothkirch besa\u00df ein hohes berufliches Pflichtgef\u00fchl. Er verlangte vom Journalisten die Bef\u00e4higung, seine Unabh\u00e4ngigkeit in jeder Beziehung bewahren zu k\u00f6nnen. (Als einmal der ihm befreundete Direktor einer Gro\u00dfbank eine an dem Institut ge\u00fcbte Kritik scharf fand, schickte von Rothkirch den zur Sicherstellung seines Blattes erheblich beitragenden Annoncenvertrag zerrissen zur\u00fcck.) <em>Die <\/em>Pnz\u2019i3,3e,sagt er, <em>.<\/em><sub>40<\/sub><em>a zum w<\/em><sub>a<\/sub><em>hA<\/em><sub>zn<\/sub><em> O<\/em><sub>zgun<\/sub><em> deit \u00f6genUichen Meinung weizden; ysie hage die hohe 4u7gage aJ Ai,- dungmi.fteg zu dienen. <\/em>Von Rothkirch besa\u00df eine fast \u00fcbermenschliche Arbeitskraft. Bis an sein Ende war sein Leben von ununterbrochener, rastloser T\u00e4tigkeit erf\u00fcllt.\u201c(1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent2\">Fast drei Jahrzehnte lang \u201dhat Friedrich von Tauer der Schweizerischen Handelszeitung Tag und Nacht, ja samstags und sonntags, ohne Ferien, ohne Unterbruch in gro\u00dfer Treue gedient. &#8211; Von seiner unbestechlichen Art, seiner klaren und liberalen Gesinnung legte er bereits in der ersten Nummer Zeugnis ab. So hie\u00df es dort, da\u00df <em>uuk undene Unagh\u00e4ngigkeii gegen ate und jedefanan in jedeit gedeuienden ()den ungedeaienden bzuge in va-eZem Ma\u00dfe wahnen weiLden..\u201c(2)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Jadurch, da\u00df von Rothkirch jede Pflichtvernachl\u00e4ssigung in \u00f6ffentlicher Stellung, jede unordentliche Rechnungstellung, jede Vergeudung \u00f6ffentlicher Gelder und \u00fcberhaupt alle verworrenen Gesch\u00e4fte in seinem Blatte gei\u00dfelte, war er gef\u00fcrchtet, selbst geha\u00dft. &#8211; Mit der politischen Neugestaltung unseres Staatswesens um die Mitte <\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\">vorigen Jahrhunderts setzte auch eine gewaltige Umw\u00e4lzung der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse ein. Von entscheidender Bedeutung war namentlich die mit dem Aufkommen der Eisenbahn verbundene Entwicklung der Industrie, des Handels und des Kreditwesens. Die gro\u00dfen Fortschritte, welche die Entwicklung brachte, waren auch von unerfreulichen Erscheinungen begleitet. Neben dem gesunden Gesch\u00e4ftsgeist kam eine ma\u00df-und skrupellose Spekulation auf, zu deren Aufdeckung es unserem Volke an gen\u00fcgenden Einrichtungen gebrach, und zu deren Bek\u00e4mpfung das geltende Recht noch keine gen\u00fcgende Handhabe bot. Unter den wenigen M\u00e4nnern, die dank ihrer Vorbildung die \u00dcbel klar erkannten und den Mut fanden, gegen sie und ihre Urheber \u00f6ffentlich aufzutreten, nahm Freiherr Friedrich von Rothkirch eine hervorragende Stellung ein.(1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Auch mit den Eisenbahnen ging er hart ins Gericht. Alle ReAenDen delz Vezeinigen Schweizez Bahnen Aind ein glo\u00dfeA Spiel den. 1=anaAie, eine \u201eneveniZiche Kombdie, um dem antennehmen einen AAiden AnA-bzich zu gegen, w\u00e4lmend die maLeizietle InAoivenA de.3 SchuMneAA ,g\u00fcng3i aut3e7i, Zwei7e1 Aield, zitiert ihn E.Blessing in seiner Dissertation und f\u00e4hrt dann fort, \u201eaber nicht, da\u00df von Rothkirch sich nur auf Kritik beschr\u00e4nkt h\u00e4tte, er machte auch Rettungsvorschl\u00e4ge, die oft ein erstaunliches Echo erreichten. Auch verstand er es, die z\u00fcgellose Macht und Profitgier einiger Eisenbahnmagnaten auf ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df zur\u00fcckzuschrauben.\u201c &#8211; Auch M.Ungerer betont in seinem o.a. Artikel, da\u00df Friedrich von Rothkirch sich als \u201eein harter Kritiker erwies, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berge zur\u00fcckhielt, der f\u00fcr jede Summe genauestens Rechenschaft verlangte. F\u00fcr ihn war klar, da\u00df sich der Staat \u00fcberhaupt keine Schulden leisten sollte, es sei denn zur \u00dcberbr\u00fcckung, wenn die Not es erforderlich mache und die Demokratie gerettet werden m\u00fcsse. Vielleicht ruft sich mancher heute, da die hohe Verschuldung von Staaten zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden ist, die alte Schuldenvorstellung Friedrich von Tauers wieder einmal in Erinnerung.\u201c(2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">In seiner Einstellung zur Frage: Staat und Individuum wird seine kompromi\u00dflose Ablehnung jeder, die Freiheit des Individuums willk\u00fcrlich und ungerecht einschr\u00e4nkende Ma\u00dfnahme deutlich. Er beschr\u00e4nkt den Staatszweck ausschlie\u00dflich auf die Sichherheit der B\u00fcrger und ihrer Freiheit, wobei er unter dieser, wie W.v.Humboldt, <em>die gewi\u00dfheit devz geAeizm\u00e4\u00dfigen Ilkeiheid\u201e <\/em>versteht. \u201eMan begreift,\u201c sagt E.Blessing, \u201eden einseitigen Radikalismus dieser Theorie nur, wenn man an ihren Gegensatz, an die gewaltsame b\u00fcrokratische Vormundschaft, insbesondere auch des preu\u00dfischen Staates in jener Zeit sich erinnert. Wie die antike Staatslehre das Recht des Staates \u00fcberspannt hatte, so \u00fcbertrieb von Rothkirch in entgegengesetzter Richtung das Recht der Individuen. Auf den Staat war er niemals gut zu sprechen. Das nimmt nicht wunder, nachdem er unter dem Staat gelitten hatte.\u201c(3)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoList2CxSpFirst\">\u201eVon Rothkirch sieht in Freiheit und Recht <em>die oge\/zAden gitundAdize<\/em><em><br><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoList2CxSpLast\">.3ein<sup>,<\/sup>en Demoknalle. Vo\/t3i\u00e4ndige pen<sup>,<\/sup>Aneiche Fneiheii. und gute, allgemeine ge4ey..70, 4oAnn i e nichi3 anden.e.3, da Nowendige: die Sichenung den pen\/An\/ichen FizeilLeid, die gute Ongani4allon der. Rechi.3- p\u00abege und den Schatz de Lande ,g,ebW4n.\u201cGro\u00df und unvergleichlich war seine Liebe zu seinem zweiten Vaterland. Er suchte ihm in uneigenn\u00fctziger Weise zu dienen. Er besa\u00df R\u00fcckgrat genug, um selbst die h\u00f6chststehenden Personen anzuklagen und ihre Fehltritte der \u00f6ffentlichen Er\u00f6rterung zu \u00fcberantworten. Aber seine Kritik flo\u00df nicht allein aus seinem strengen Rechtsgef\u00fchl, sondern auch aus der Liebe zum Lande und zur Freiheit; wie er denn sein Abschiedwort schlie\u00dft mit den Worten lege ein andenen an meinen Selle die Schweiz egen,3o ehneich und ..neu, agen mich egenm n\u00fcck6ichUeo.<sup>,<\/sup>J _eiegen, wie ich e getan hage.\u201c (E.Bles &#8211; sing, a.a.O. S. 11.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\">(1) E.Blessing, a.a.O. S.10. (2) M.Ungerer, a.a.O. 5. 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\">Vorwort des Freiherren Friedrich von Rothkirch und Panthen (1.404) (Pseudonym \u201aTaur\u2019) f\u00fcr die erste Ausgabe der von ihm gegr\u00fcndeten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\"><strong>Frag.) 111,11 1<sup>&#8211;<\/sup>111: PW.( ji;11111a1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; V. <\/strong>I.\u2022<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">Francn Ittreli die Post 3tallialurlich Fr.&nbsp; Schweizerische<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">r&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 111.1 et&amp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">\u201aUrich. Well Geller frftnco.,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyText\"><strong><u>Eisenbahn- und Handelszeitung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">Dirn 11<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">N<sup>2<\/sup> I<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoNormal\">31. )ccbr. 18G1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Wir bitten den geneigten Leser um Entschuldigung, wenn di e erste Nummer unseres Blattes nur sehr unvollkommen die k\u00fcnftige Einrichtung und Tendenz desselben andeutet. Einesthei 1 &nbsp;s konnte der regeln\u00e4\u00dfige Eingang der Mittheilungen und Inserate vor dem 1. Januar noch nicht vollst\u00e4ndig geregelt sein, andrentheils wird der ohnedies f\u00fcr unsere W\u00fcnsche zu beschr\u00e4nkte Raum durch dieses kurze Programm und eine von uns f\u00fcr n\u00f6thig erachtete einleitende Uebersicht des schweizerischen Eisenbahnnetzes und der auf dasselbe verwendeten Capiralien ungeb\u00fchrlich in Anspruch genomen.Damit der gegebene Raum nicht in Zukunft noch von anderer Seite her verengt werde, haben wir die Einrichtung getroffen, dass Beilagen zu liefern sind, sobald die Inserate mehr als eine Seite f\u00fcllen. Ausserordentliche Beilagen werden folgen, wenn eine Anzahl schweizerischer Actiengesellschaften, wie wir zu hoffen Ursache haben, ihre Jahresberichte in besonderen Abdr\u00fccken unserer Zeitung beif\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Die Aufgabe, welche wir uns gestellt haben, ist eine dreifache. Erstens w\u00fcnschen wir den gesch\u00e4ftsl eitenden Directionen der schweizerischen Eisenbahn- und anderen Actiengesellschaften ein specielles Organ f\u00fcr ihren Verkehr mit den Action\u00e4ren und dem ihre Unternehmungen alimentirenden Publicum zu bieten. Von den Lirectionen der Nordostbahn, der Vereinigten Schwei zerbahnen, der Centralbahn, Westbahn und des jure Industriel sind uns schon in diesen Tagen die Zusicherungen ausgedehnter Unterst\u00fctzung (bestehend in der lieberweisung s\u00e4mtlicher Inserate einschliesslich der Fahrpl\u00e4ne und der Zusendung von Mittheilungen) zugegangen; wir d\u00fcrfen glauben, da\u00df die meisten anderen Gesellschaften folgen werden. &#8211; Diese Unterst\u00fctzung, so nothwendig sie unserem Unternehmen ist, wird uns aber nicht hindern, so gut als m\u00f6glich unseren zweiten Zweck zu erf\u00fcllen: dem Publicum, zu dem wir ja selbst geh\u00f6ren, als Organ seiner gerechten Anspr\u00fcche an jene Gesellschaften zu dienen, was uns umso weniger in Gewissens- und Interessen-Ganflicte bringen wird, als wir des festen Glaubens sind, dass der Vortheil des Einen auch der wohlverstandene Vortheil des Anderen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Drittens werden wir uns, und zwar mit besonderer Vorliebe, der Er\u00f6rterung national\u00f6lconornischer, aus dem engen Rahmen scharfbegrenzter Interessen sich erhebender Fragen widmen. Ibr allgemeine Handel wird in diesen Theile unseres Blattes seine vorzugsweise Ber\u00fccksichtigung finden und zwar theils in gr\u00f6sseren Artikeln, theils in regelm\u00e4ssigen Berichten \u00fcber den klaren- und Geldmarkt. Unser Mitarbeiter, H. v. Yhrschall, wird sich vorzugsweise mit den dahin geh\u00f6rigen Arbeiten besch\u00e4ftigen und durch seine Sachkenntnis die m\u00f6glichste Gew\u00e4hr f\u00fcr zuverl\u00e4ssige Ieistungen bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoList2CxSpFirst\">Zum Schluss seien uns noch einige pers\u00f6nliche Bemerkungen gestattet. Die \u00f6ffentliche<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoList2CxSpLast\">Moral ist so tief gesunken, dass eine Zeitschrift ernster Betheuerungen bedarf, um sich vor den Verdachte der Abh\u00e4ngigkeit zu sch\u00fctzen, dass ein Publicist kaum noch eine Zeile f\u00fcr oder gegen ein financielles Unternehmen schreiben kann, ohne dass die Leute fragen, wem er seine Seele verkauft habe. Lin die unsrige braucht Niemand besorgt zu sein; wenn Talent und Geschick, geistreiche Gedanken und gl\u00e4nzende Combinationen uns fehlen: die Unabh\u00e4ngigkeit des Urtheils wird man nicht vermissen. Das Grundprincip zur L\u00f6sung aller theoretischen Fragen ist uns die Freiheit, sie, der wir freilich lieber auf dem rein politischen als auf dem volkswirtschaftlichen Gebiete dienten, die wir aber trotzdem auch hier nach besten Kr\u00e4ften vertheidigen werden. Wo rein materielle Interessen concurriren, werden wir bereitwillig jedes derselben, heisse es z.B. Simplon, Gotthard, Lucmanier oder Septimer, auf dem Boden unseres Blattes verfechten und unsere eigne Meinung \u00fcber die Vorz\u00fcge des Einen oder des Anderen berichtigen sehen. So zuvorkommend wir in dieser Beziehung zu Werke gehen wollen, so scharf werden wir aber jedem Schwindel, jeder beabsichtigten T\u00e4uschung des P\u00fcblicums entgegentreten und namentlich den frevelhaften Grundsatz bek\u00e4mpfen, dass die Moral in politischen und \u00f6ffentlichen Verkehrs-Verh\u00e4ltnissen eine andere sein d\u00fcrfe, als die, welche im Privatleben heilig gehalten werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"MsoBodyTextFirstIndent\">Dem Wohlwollen Derjenigen, welche mit den hier dargelegten Grunds\u00e4tzen und ZWecken einverstanden sind, empfehlen wir unsere Zeitschrift.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich Hiob Erdmann Freiherr von Rothkirch und Panthen (1.404),\u2028Journalist und 1861 Mitgr\u00fcnder der \u201eSchweizerischen Handelszeitung\u201c. \u201eFriedrich von Rothkirch oder auch Friedrich von Tauer, wie er sich nannte, eine journalistische Titanenfigur, \u00fcber den nicht grundlos 1926 eine Dissertation geschrieben wurde, war ein Feuerkopf sein Leben lang.\u201c(1) mvon Rothkirch geh\u00f6rt zu der stattlichen Zahl der hervorragenden M\u00e4nner, &hellip; <a href=\"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=817\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Friedrich<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":89,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/817"}],"collection":[{"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=817"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":841,"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/817\/revisions\/841"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/89"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}