{"id":756,"date":"2020-07-13T08:04:17","date_gmt":"2020-07-13T08:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=756"},"modified":"2020-07-14T21:06:25","modified_gmt":"2020-07-14T21:06:25","slug":"stensboele","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=756","title":{"rendered":"Stensb\u00f6le"},"content":{"rendered":"\n<p>DAS STAMMHAUS DER FAMILIE ROTKIRCH IN FINNLAND : STENSB\u00d6LE<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"660\" height=\"494\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Stensb\u00f6le-I-.jpg?resize=660%2C494&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-348\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Stensb\u00f6le-I-.jpg?w=965&amp;ssl=1 965w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Stensb\u00f6le-I-.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>von Anders Allardt (gek\u00fcrzte \u00dcbersetzung eines Aufsatzes in schwedischer Sprache o.J.)<\/p>\n\n\n\n<p>Stensb\u00f6le, am gleichnamigen Fjord &#8211; 5 km von Borg entfernt -gelegen, machte fr\u00fcher seinem Namen alle Ehre. \u00dcberall trafen die Neubauern auf steinigen Boden. Die Erde zwischen den Steinh\u00fcgeln war aber sehr fruchtbar und lohnte die M\u00fche. Feuchtwiesen wurden trockengelegt, es wurde gerodet &#8211; jahrhundertelang &#8211; und viele kleine Grundst\u00fccke entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hof ist alt. Er wird schon 1327 erw\u00e4hnt, hat oft den Besitzer gewechselt und scheint f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit im Besitz der Domkirche Abo gewesen zu sein. Im Lauf des 16. Jahrhunderts herrschte trotz des Einschreitens der K\u00f6nige Gustav Wasa und Johan III. fast ein Menschenalter lang ein Erbstreit um den Hof. Der jahrzehntelange Streit verdeutlicht die Langwierigkeit damaliger Gerichtsverhandlungen in einer Zeit, in der ein eigenm\u00e4chtiger Adel das Sagen hatte. &#8211; Besitzer Stensb\u00f6les im 17. Jahrhundert waren Offiziere und Richter. Diese besa\u00dfen oft, meist durch Heirat, mehrere H\u00f6fe und G\u00fcter. In dieser Zeit wurde Stensb\u00f6le erweitert und ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Barbro Christina H\u00e4stesko-Fortuna, eine Erbin des Hofes, und ihre Verm\u00e4hlung mit dem Hauptmann Johan Wenzel Rotkirch (II.130), kam Stensb\u00f6le 1721 in Besitz des uralten, aus Deutschland stammenden adligen Geschlechts, in dem es fast zweihundert Jahre bis 1927 blieb. Johan Wenzel war, infolge einer Verwundung der rechten Schulter in der Schlacht von Fredrikshall, gezwungen, seine milit\u00e4rische Laufbahn zu beenden. So konnte er sich mit seiner jungen Frau nun dem Wiederaufbau des 1708 bei der Landung einer zaristischen Heeresabteilung zerst\u00f6rten Stensb\u00f6le widmen; \u00fcberall Verfall und Verw\u00fcstung, die in harter Arbeit mehr und mehr beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Johan Wenzel 1758 im Alter von 59 Jahren starb, trat sein Sohn Wenzel Fredrik (11.186) das Erbe an, unterst\u00fctzt von seiner Mutter Barbro Christina, einer arbeitsamen, begabten Frau, die weit und breit auch durch ihre Heilkunst bekannt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenzel Fredrik bewirtschaftete den Besitz mit viel Energie und gro\u00dfem Flei\u00df erfolgreich. Vieles, wie z.B. der von ihm eingef\u00fchrte Kartoffelanbau, der auch bei der Bev\u00f6lkerung ein positives Echo fand, oder die Anlage eines bald ber\u00fchmten Gartens mit 200 Obstb\u00e4umen, f\u00fchrte dazu, da\u00df der fr\u00fcher g\u00e4nzlich verschuldete Hof in kurzer Zeit zu zwei Drittel schuldenfrei war. &#8211; Mit voller Zustimmung seiner Br\u00fcder beantragte Wenzel Fredrik die Umwandlung Stensb\u00f6les und der zugeh\u00f6rigen Grundst\u00fccke in ein Fideikommi\u00df. Die k\u00f6nigliche Best\u00e4tigung erfolgt am 24. Februar 1786. Zum Fideikommi\u00df Stensb\u00f6le geh\u00f6rten mehrere steuerfreie H\u00f6fe, einschlie\u00dflich der H\u00e4lfte vom Herrenhof Herrbacka.<\/p>\n\n\n\n<p>1793 lie\u00df Major Wenzel Fredrik Rotkirch gemeinsam mit Bischof Zacharias Cygnaeus und Assessor Henrik Adlercreutz in Borg\u00e4 Familien\u2011<\/p>\n\n\n\n<p>begr\u00e4bnisse einrichten: Auf dem sch\u00f6nen Begr\u00e4bsnisplatz s\u00fcdlich vom Eingangsweg nach rechts entstanden drei wei\u00dfverputzte Steinbauten. Im Mittleren von diesen haben die Familien Rotkirch, Cygnaeus und Adlercreutz ihre Gr\u00e4ber. Nach Osten hin die Rotkirch, in der Mitte die Cygnaeus und nach Westen hin die Adlercreutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Wenzel Fredrik 1814 auf Stensb\u00f6le starb, erbte sein Sohn Carl Fredrik (11.226) (vgl. Kap. III,2) den Besitz. Er erbaute das neue, bis in die Gegenwart erhaltene Herrenhaus. Von Carl Fredrik, der nach langj\u00e4hrigem Hof- und Staatsdienst, 1830 in den Freiherrenstand erhoben, 1832 in Wasa-Stadt starb, ging Stensb\u00f6le auf seinen Sohn Berndt Adolf (11.303) (vgl. Kap. TI1,2) \u00fcber. Zu dessen Zeit wurde die Gastfreundschaft auf Stensb\u00f6le besonders ger\u00fchmt. So kam es auch zur Begegnung mit dem finnl\u00e4ndischen Dichter Johan Ludwig Runeberg mit dem Berndt Adolf und seine fein gebildete Frau Wilhelmina Sofia Aminoff eine lebenslange Freundschaft verband.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Berndt Adolfs Tod erlosch der freiherrliche Zweig der Familie Rotkirch. Seine j\u00fcngste Tochter, Emilie Therese Sophie (I1.356), \u00fcbernahm Stensb\u00f6le. Sie verm\u00e4hlte sich 1875 mit Fredrik Abraham Segerstr\u00e4le, einem umsichtigen Landwirt. Nach seinem Tod am 4. Dezember 1902 in Stensb\u00f6le, f\u00fchrte Therese Sophie den Besitz mit kluger Umsicht und gro\u00dfer Sorgfalt weiter. Als sie am 4. Juni 1927 starb, ging Stensb\u00f6le durch Erbschaft in den Besitz der Familie Dr.med. Edvard Wallensk\u00f6ld \u00fcber, dessen Witwe es verwaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus enth\u00e4lt immer noch die wertvolle alte Einrichtung und kostbare Sammlung von Gem\u00e4lden. Viele von diesen, vor allem Familienportaits, von der bekannten Portraitistin Mathilde Wilhelmina Rotkirch gemalt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"660\" height=\"479\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=660%2C479&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-629\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?w=2234&amp;ssl=1 2234w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=300%2C218&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=1024%2C743&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=768%2C557&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=1536%2C1114&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?resize=2048%2C1485&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?w=1320&amp;ssl=1 1320w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Photo17.jpg?w=1980&amp;ssl=1 1980w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Stensb\u00f6le, Gartenseite.<\/p>\n\n\n\n<p>Foto: Signe Brand\u00f6r, Helsingfors 1910.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">MUSEIVERKET FINLANDHISTORISCHES BILDARCHIV<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DAS STAMMHAUS DER FAMILIE ROTKIRCH IN FINNLAND : STENSB\u00d6LE von Anders Allardt (gek\u00fcrzte \u00dcbersetzung eines Aufsatzes in schwedischer Sprache o.J.) 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