{"id":579,"date":"2020-07-09T10:06:18","date_gmt":"2020-07-09T10:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=579"},"modified":"2020-07-17T08:10:21","modified_gmt":"2020-07-17T08:10:21","slug":"rothkirch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rot-h-kirch.de\/?page_id=579","title":{"rendered":"Rothkirch"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Haus in Rothkirch<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"660\" height=\"372\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rothkirch010515_Snapseed.jpg?resize=660%2C372&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-419\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rothkirch010515_Snapseed.jpg?w=803&amp;ssl=1 803w, https:\/\/i0.wp.com\/rot-h-kirch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rothkirch010515_Snapseed.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hlt man, von der alten Reichsautobahn Berlin-Breslau kommend, den Abzweig nach Liegnitz (Legnica), so biegt ca. 1 Kilometer n\u00f6rdlich der Autobahn ein Weg links ab nach Rothkirch (Czerwony Kosciole). Ungef\u00e4hr am s\u00fcdlichen Ortsanfang liegt die alte Majoratskirche, am n\u00f6rdlichen Ortsausgang dann das Herrenhaus mit den Gutsgeb\u00e4uden. Wann Rothkirch gegr\u00fcndet wurde, liegt im Dunkel der Geschichte. M\u00f6glicherweise geschah dies im 12. Jahrhundert, w\u00e4hrend der Wiederbesiedelung Schlesiens. Unsere Familie f\u00fchrt ihren Namen auf diesen Ort zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Rothkirch wurde nach 1241, der Schlacht von Wahlstatt, von unserem Urahn gestiftet. Bereits die ihm folgende dritte Generation verkaufte im 14. Jahrhundert ihren Stammsitz wieder. Nach ungef\u00e4hr 400 Jahren erwarb ihn Hans Siegismund (1.273) 1777 zur\u00fcck. Sein Sohn Friedrich Carl Heinrich (1.368) stiftete dann das Majorat, das am 13. April 1841 durch K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. von Preu\u00dfen best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauherr des noch heute bestehenden Hauses war Hans Siegismund (1.273). Er lie\u00df 22 Jahre nach Erwerb des Stammsitzes im Jahr 1794 ein neues klassizistisches Gutshaus errichten. Hiervon k\u00fcndet bis 1987 \u00fcber der Eingangst\u00fcr eine Inschrift.. Hans Siegismund w\u00e4hlte als Architekten f\u00fcr sein neues Haus Carl Gotthard Langhans, der sich gerade wieder in Schlesien niedergelassen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Langhans entwarf ein 11-achsiges, 1 \u00bd geschossiges Geb\u00e4ude mit gebrochenem Walmdach. \u00dcber dem niedrigen, als Sockel ausgebildeten Kellergeschoss erhebt sich das Hauptgeschoss mit seinen hochrechteckigen Fenstern mit hell abgesetzten, verputzten Rahmen und ehemals dar\u00fcber angebrachten stuckierten Girlanden. \u00dcber dem Hauptgeschoss, von diesem optisch durch ein Stockwerkgesims getrennt, setzt ein Halbgeschoss mit kleinen querrechteckigen ebenfalls hell gerahmten Fenstern den Aufbau der Fassade fort. Hierhinter verbargen sich, analog der klassischen Architekturtheorie die untergeordneten Schlaf- und G\u00e4stezimmer. Abgeschlossen wird die Fassade durch das leicht ausladende Kranzgesims, das zum Dach \u00fcberleitet. Der in der Mittelachse liegende Eingang wird durch eine von vier ionischen S\u00e4ulen getragene Portikusarchitektur mit antikischem Dreieckgiebel betont. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lie\u00df Hans Siegismund Friedrich (1.446) dem in seinen Proportionen sehr fein ausgewogenen Haus einen seitlichen Anbau anf\u00fcgen. Dieser \u00fcbernimmt sowohl die Architekturgliederung als auch weitgehend den Stil des Haupthauses, st\u00f6rt jedoch etwas die Proportion.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus war urspr\u00fcnglich hellrosa verputzt mit elfenbeinfarben abgesetzten Architekturgliederungen. Langhans unterst\u00fctzte so die elegante Leichtigkeit des Baus. Heute ist das alte Herrenhaus in einem dunklen Ockerton gestrichen, die S\u00e4ulen dunkelrot, deren Kapitelle wei\u00df, ebenso die Fenstereinfasungen. Die horizontalen Stockwerkgesimse dagegen hat man braun abgesetzt.Die Stuckgirlanden \u00fcber den Fenstern fehlen. Das Haus in leidlichen Zustand wurde bereits mehrfach mit<\/p>\n\n\n\n<p>wechselndem Erfolg restauriert. Im Innern gibt es allerdings nur noch Spuren der ehemals sehr eleganten S\u00e4le. Das Geb\u00e4ude dient als Wohnhaus f\u00fcr Landarbeiter. Der Gutshof wird nach wie vor bewirtschaftet. Einzelne Geb\u00e4ude wurden renoviert und heutigen landwirtschaftlichen Erfordernissen angepa\u00dft.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Patronatskirche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ungef\u00e4hr in der Mitte des kleinen Ortes liegt s\u00fcdwestlich der Hauptstra\u00dfe die kleine ehemalige Patronatskirche mit dem sie umgebenden Friedhof. Spuren deuten auf einen romanischen wehrhaften Ursprungsbau mit starken Umfassungsmauern. Zur Zeit der Gotik baute man das breitere Hauptschiff an. Vielleicht waren unsere Vorfahren als Patronatsherren hieran beteiligt. Das heutige \u00e4u\u00dfere Bild der Kirche l\u00e4\u00dft sich wesentlich auf das 17. und 18. Jahrhundert zur\u00fcckf\u00fchren, die Zeit des Barocks.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Bau hat ein zweigeschossiges, einschiffiges Langhaus. Im Osten f\u00fcgt sich der im Grundri\u00df quadratische, etwas schmalere Chor an, der im Inneren mit einem hohen sp\u00e4tgotischen Kreuzrippengew\u00f6lbe versehen ist. Chor und Langhaus sind einheitlich mit einem Satteldach und Ziegeln bedeckt. \u00dcber dem Chor ersetzt ein h\u00f6lzerner gro\u00dfer Dachreiter mit geschwungener, barocker Dachhaube den Glockenturm. An den Chor f\u00fcgt sich im Inneren eine niedrige, halbrunde au\u00dfen eckig ummantelte Apsis mit dem Altar an, die auf einen kleinen romanischen Ursprungsbau hindeutet. Am Westteil der Kirche gibt es eine kleine Eingangshalle, die erst im Sommer 1914 unmittelbar vor Beginn des 1. Weltkrieges hinzukam. Damals ist die Kirche gr\u00fcndlich renoviert worden. Von der Eingangshalle f\u00fchrt der Weg hinauf zu den Emporen, die sich von au\u00dfen durch die doppelst\u00f6ckigen barocken Fenster verraten. Im Inneren zeigt sich die Kirche als typisch protestantischer Bau mit seitlichen und r\u00fcckw\u00e4rtigen Emporen und hochgebauter Kanzel. Hierdurch konnte die Gemeinde von allen Pl\u00e4tzen den Gottesdienst gleichgut verfolgen. Im Westen war die Empore sogar zweigeschossig, dort befand sich die ebenfalls 1914 erneuerte Orgel. Der Altar war ein einfacher barocker Aufbau mit Gem\u00e4lde und flankierenden gedrehten S\u00e4ulen. Zur Ausstattung geh\u00f6rte u.a. ein gl\u00e4serner Kronenleuchter. Die Kirche besa\u00df bis zur Reformationszeit ein wundert\u00e4tiges Marienbild, das von vielen Wallfahrern besucht wurde. Heute ist sie au\u00dfen rosa angestrichen mit wei\u00dfen Fenstereinfassungen. Die innere Ausstattung hat sich zum Teil erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der die Kirche umgebende Friedhof enth\u00e4ltt heute nicht mehr die alten Grabdenkm\u00e4ler. Die ehemalige Familiengruft existiert jedoch noch. Ihr oberirdischer Teil wurde nach dem 1. Weltkrieg von der Gemeinde erworben und dient seither als Gedenkhalle f\u00fcr die Gefallenen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Haus Rothkirch. Aus: Alexander Duncker, Dunckersches Schl\u00f6sseralbum, Berlin o.J.<\/p>\n\n\n\n<p>Haus Rothkirch. Foto: Leopold Graf Rothkirch 1988.<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p>H. B\u00fcrgel: Rothkirch und die rote Kirche. In: Liegnitzer Heimatbrief Nr. 4, 25.2.1965 Josef von Gblitschek: Schlesien &#8211; Land der Schl\u00f6sser. Mannheim 1978.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr.lIngo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen St\u00e4tten Schlesiens. Stuttgart 1977. <\/p>\n\n\n\n<p>Elfriede Springer: Rothkirch. In: Liegnitzer Tageblatt o.0, o.J.<\/p>\n\n\n\n<p>Sybille von Prittwitz und Gaffron verw. von Rothkirch (1.496): Bericht \u00fcber das Haus Rothkirch. Unver\u00f6ffentlichtes Manuskript 1976.<\/p>\n\n\n\n<p>Rothkirch, Patronatskirche, Nordseite,\u2028Foto: Leopold Graf Rothkirch, 1988.<\/p>\n\n\n\n<p>Patronatskirche, Ansicht zum Chor,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rothkirch, Topographische Karte<\/p>\n\n\n\n<p>Foto ca. 1935.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;1:25000<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6nigsdorf<\/p>\n\n\n\n<p>Kreis Grottkau, Oberschlesien<\/p>\n\n\n\n<p>Katholische Kirche&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Topographische Karte 1:25000 Nr. 5369<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Haus in Rothkirch W\u00e4hlt man, von der alten Reichsautobahn Berlin-Breslau kommend, den Abzweig nach Liegnitz (Legnica), so biegt ca. 1 Kilometer n\u00f6rdlich der Autobahn ein Weg links ab nach Rothkirch (Czerwony Kosciole). 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